Veranstaltungskalender Sprengel

Aug 2017
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THEO denkt LOGISCH! THEA auch!

Ist schon Ostern?

Einfach mal gute Nachrichten sprechen lassen, das wollte ich gerne in diesen Gedanken. Schließlich steht Ostern vor der Tür. Ich habe mir Mühe gegeben: in den Internetsuchmaschinen „gute Nachrichten“...

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Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?

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Minus mal Minus gibt Plus

So habe ich das früher in der Schule mal gelernt und es ging mir in dieser Woche durch den Kopf. Relativ sprachlos macht ja der aggressive Wahlkampf des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan.

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Etwas Heißes im Advent

„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

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Wo ist der liebende Gott?

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weis...

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Tageslosung

Der HERR, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der kein Ansehen der Person kennt und keine Bestechung annimmt.
Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Bischof Hein besucht Gefängnisse im Sprengel
Einblick in die Arbeit der Gefangenenseelsorge
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(v.l.) Pfr. Jörg Hammel, Pfr. Jens Holstein, Nicola Haupt, Dezernentin für Sonderseelsorge, Anstaltsleiter Lars Streiberger, Pfr. Dr. Andreas Leipold, Bischof Dr. Martin Hein, Pröpstin Katrin Wienold-Hocke, Propst Bernd Böttner, Dekan Bengt Seeberg

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni besuchte der Bischof der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, mit einer Delegation die Justizvollzugsanstalten auf dem Gebiet der Landeskirche. Die Arbeit der Gefangenenseelsorge stand dabei im Mittelpunkt sowie die Begegnung mit Gefangenen und den Mitarbeitenden, bzw. Leitenden.
Am Freitag (2. Juni) standen die Einrichtungen im Sprengel Hanau auf dem Programm.

Zuerst besuchte die Delegation die Jugendarrestanstalt in Gelnhausen. Die Arrestanten verbringen hier von einem Wochenendarrest bis hin zu vier Wochen Jugendarrest, um ihre Situation zu analysieren und positive Impulse für die Zukunft zu erhalten. Einerseits ist daher das Leben in der Anstalt stark reduziert: Handys, Fernseher oder Internet sind nicht gestattet. Dazu herrscht Rauchverbot. Die Jugendlichen müssen ihre Zelle selbst jeden Tag putzen und der Tagesablauf ist streng reglementiert. „Das“, erklärt der Abteilungsleiter Werner Sonne den Mitgliedern der Delegation, „ist für viele eine völlig neue Situation, auf die sie sich erst einstellen müssen. Nach wenigen Tagen merken sie aber selbst, dass sie aufnahmefähiger sind als vorher.“ Da setzt der zweite Schwerpunkt der Anstalt an, nämlich ein außerordentlich breit aufgestelltes Behandlungs-, Beratungs- und Beschäftigungsangebot. Auf dem Plan stehen je nach Bedürfnis Sport, berufliche Orientierung, Drogenberatung, Aggressionsschwellentraining, psychosoziale Beratungsangebote, Ernährungsberatung und auch Seelsorge oder geistliche Begleitung. Ziel der Arbeit ist es, auf der einen Seite Grenzen zu setzen, auf der anderen Seite aber auch Perspektiven zu öffnen. „Wir kriegen die Jugendlichen hier an einem Scheidepunkt in ihrem Leben“, erläutert Werner Sonne. „Es geht um die Frage: wohin will ich in Zukunft? An dieser Stelle können wir hier noch justieren und wir machen erfreulicherweise auch die Erfahrung, dass wir etwas bewirken.“ Im Gespräch mit dem Bischof gaben die Jugendlichen auch in der überwiegenden Mehrzahl an, dass Sie verstanden hätten, dass es so nicht weitergehen könne.

Die zweite Station an diesem Tage war die JVA Hünfeld mit rund 500 Strafplätzen für erwachsene Männer. Im Jahre 2006 wurde die Einrichtung als erste teilprivatisierte Anstalt in Deutschland in Betrieb genommen. Freiheitsstrafen bis zu 60 Monaten werden hier vollstreckt. Anstaltsleiter Lars Streitberger führte aus, dass der Auftrag der JVA einerseits die Sicherung und andererseits die Resozialisierung der Insassen sei. Diese Aufgabe sei dadurch erschwert, dass eine Resozialisierung oft daran scheitere, dass nie eine Sozialisation stattgefunden habe. Bischof Hein erläuterte daraufhin die Motivation der Gefangenenseelsorge: „Der Vollzug findet zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dennoch bleiben die Insassen Teil unserer Gemeinden und der Gemeinschaft.“ Im Zusammenspiel mit seinem katholischen Kollegen Dr. Meins Coetsier und Imam El Mustapha Azarfane bietet Pfarrer Dr. Andreas Leipold in der JVA Gottesdienste und seelsorgerliche Begleitung an. Dabei spielen Musik und Kreativität eine wesentliche Rolle. So ist z.B. das Kochbuch „Kit(t)chen Cooking“ im Rahmen der Seelsorgearbeit entstanden.
Beim Rundgang durch die Anstalt machte die Delegation auch Halt in der künstlerisch geschmackvoll gestalteten Kapelle, die regelmäßig für Gottesdienste genutzt wird. „Dies ist der einzige Raum in der JVA, in dem man die Gitter nicht sehen kann“, erläuterte Leipold der Delegation. Der Sachdienstleiter für die Sicherheit in der Anstalt, Werner Krah, ergänzte, dass aber auch beim Gottesdienst Sicherheitsaspekte und kirchliche Anliegen abgewogen und abgestimmt werden müssen, indem z.B. die Begegnung von bestimmten Gruppen verhindert werden müsse. Trotzdem habe jeder die Möglichkeit, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Die letzte Station an diesem Tage war die JVA in Fulda. Hier werden 77 Haftplätze vorgehalten und dazu 9 Plätze im offenen Vollzug. Freiheitsstrafen von bis zu 24 Monaten werden vollstreckt, aber manche Insassen kommen z.B. auch dann nach Fulda, wenn es in einer anderen Anstalt zu Problemen gekommen ist. „Weil wir hier eine kleine Einrichtung sind, ist der persönliche Kontakt intensiver und die Situation insgesamt etwas familiärer. Das ist oft hilfreich,“ erläutert Anstaltsleiter Winfried Michel der Delegation. In einer eigens dafür zertifizierten Werkstatt werden an bis zu 25 Arbeitsplätzen vor allem Teile für die Automobilindustrie gefertigt. Daneben gibt es auch z.B. kunstpädagogische Projekte und Angebote. Bis zu 30 Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit mit Angeboten. Eine bunte Abwechslung auf grauen Wänden sind die Kirchengemälde auf den Fluren im Zellentrakt. „Wir hatten einen ausgebildeten Kirchenmaler hier als Insassen, der uns diese Gemälde hinterlassen hat“, erklärte Winfried Michel der Delegation erfreut. Dr. Andreas Leipold, der auch in Fulda als Gefangenenseelsorger tätig ist, erläuterte in der Kapelle der JVA seine Arbeit, die nicht nur den Gefangenen gelte, sondern auch den Mitarbeitenden. Für Sie bietet er zusammen mit seinem katholischen Kollegen ein Wochenende in einem Kloster an, bei dem die Arbeit geistig und geistlich reflektiert werde. Der Bischof bedankte sich bei den Verantwortlichen für einen bewegenden Einblick in das Leben und die Arbeit einer JVA.

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Bilder: Jens Heller