Sprengel Hanau - „Gottesdienst erklärt“ als Service und Verpflichtung

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Tageslosung

17. Sonntag nach Trinitatis
Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Johannes schreibt: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

 

 

„Gottesdienst erklärt“ als Service und Verpflichtung
Pfarrer Stefan Bürger feiert und erklärt Gottesdienstliturgie
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Foto (Stefan Bürger)

Es gibt sie: Die Menschen, die monatlich mehrfach in den evangelischen Gottesdienst gehen und so mit dem liturgischen Ablauf vertraut sind. Andere, wie Konfirmandinnen und Konfirmanden, aber nicht nur sie, stehen oft ratlos vor den Texten und Gesängen, fühlen sich ausgeschlossen. Pfarrer Stefan Bürger nimmt dies zum Anlass, an drei Sonntagen die verschiedenen Gottesdienstelemente in der Evangelischen Kreuzkirche Fulda zu erklären.

„Wir haben derzeit 30 Konfirmanden. Ich sehe es als Service und Verpflichtung, ihnen zu verdeutlichen, wie Gottesdienst funktioniert. Nur so können sie mitfeiern“, sagt der 50-Jährige.

So wählt Bürger im Gottesdienst, in dem sich auch die Jugendlichen namentlich der Gemeinde vorstellen, eine Kombination von Feiern und Erklären. Das sei eben noch mal etwas anderes, als den Gottesdienst lediglich im Unterricht zu besprechen.

Erster Teil: „Bei Gott ankommen“

Den ersten Teil des Gottesdienstes nennt er: „Bei Gott ankommen“. Dazu gehört die Bitte um die Heiligen Geist am Anfang. „Bevor wir etwas reden, machen wir uns klar, dass wir Gott und seinen Geist für diesen Gottesdienst brauchen“, so Bürger. Dabei können alte Choräle, aber auch neue Lieder aus dem „EGplus“ helfen. Überhaupt sieht der Pfarrer die Lieder als einen Schlüssel für das sonntägliche Feiern. „Atem des Lebens, wehe uns an, du der uns Menschen begeistern kann“ singt die Gemeinde heute auch mal alternativ zu „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“. In diesem Text werde der Heilige Geist mit Gottes Atem verglichen und mit Begeisterung in Verbindung gebracht. Textlich sei das leichter zu verstehen, als das Lied aus dem 17. Jahrhundert. Aber wie immer brauche es die Kombination aus Tradition und Innovation, klassischen Chorälen und Liedern mit modernen Klängen.

 

Sündenbekenntnis und Kyrie

Müsse denn am Anfang des Gottesdienstes ein Sündenbekenntnis stehen, fragt Bürger. Das sei keineswegs verpflichtend, aber in den Fuldaer evangelischen Gemeinden üblich. „Ich sehe in diesem Sündenbekenntnis nicht so sehr Druck, sondern Befreiung, loszulassen, was einem schwer ist und von Gott trennt“, sagt der Pfarrer.

Kyrie und Lobpreis haben in der Anfangsliturgie auch ihre lange Tradition. Zur Zeit Jesu wurde der Kaiser mit dem griechischen Kyrie, Herr, angesprochen und göttlich verehrt. Die Christen sagen nun zu Jesus, Herr, rufen ihn um Hilfe an. Er habe mehr Macht als alle Menschen oder gar politisch Verantwortlichen. Der Lobpreis stamme aus der Weihnachtsgeschichte. Die Engel hatten die Geburt Jesu mit „Ehre sei Gott in der Höhe“ gepriesen. Auch hier gebe es im neuen Beiheft zum Gesangbuch alternative musikalische Stücke, die die Gemeinde gesanglich mit Gemeindeglied und Kantorin Freya Aukamp und musikalisch mit Christopher Schnell an Orgel und Klavinova einübte.

 

YouTube-Erklärvideo: Rechtfertigung

Bürger unterschied Erklärungsteile und Feiern, indem er verschiedene Plätze im Altarraum oder vor den Kirchenbänken einnahm. Nach dem Eingangsteil wurde schließlich ohne Erklärungen weitergefeiert. Besonders um die Konfirmanden anzusprechen, wählte er ein YouTube-Video, das die Rechtfertigung aus Glauben anschaulich in drei Minuten beschrieb. „Junge Menschen greifen heute oft nicht zu Büchern, sondern nutzen Videos, um Kochrezepte oder Handwerkliches zu verstehen. Warum nicht auch hier mal zielgruppenorientiert im Gottesdienst handeln?“, beschreibt Pfarrer Bürger diesen Weg.

Eine Form, Menschen wieder für Gottesdienste zu interessieren, ist in der Kreuzkirche der AAAndere Gottesdienst (Ausschlafen – Aufatmen – Aufeinander zu gehen). Hier wird fast gänzlich auf klassische Liturgie verzichtet. Mit dem heutigen Gottesdienst geht die Gemeinde einen anderen Weg und erklärt traditionelle Liturgie.

Am 23. September und am 21. Oktober folgen weitere Gottesdienste dieser Art. Dann ist zunächst der Mittelteil des Gottesdienstes, „Von Gott hören und sich zum ihm halten“ und schließlich der Schlussteil „Beten, von Gott gesegnet und gesandt werden“ im Mittelpunkt des Interesses. Mit „Gottesdienst erklärt“ hat die Gemeinde zudem eine Übersicht des gottesdienstlichen Verlaufes gestaltet, die auf der Homepage abzurufen ist.

https://kreuzkirche-fulda.de/kk15/de/Gottesdienste-1

„E wie evangelisch“-Video zur Rechtfertigung: https://www.youtube.com/watch?v=fHO1bGWiyHA

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Fotos (Malte Bürger): Gemeindeglied und Kantorin Freya Aukamp, Pfarrer Stefan Bürger und Kirchenvorsteherin Conny Müller

Fotos (Stefan Bürger): Neues Gottesdienstgesangbuch „EGplus“ und Flyer zu „Gottesdienst erklärt“