THEO denkt LOGISCH! THEA auch!

Ist schon Ostern?

Einfach mal gute Nachrichten sprechen lassen, das wollte ich gerne in diesen Gedanken. Schließlich steht Ostern vor der Tür. Ich habe mir Mühe gegeben: in den Internetsuchmaschinen „gute Nachrichten“...

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Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?

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Minus mal Minus gibt Plus

So habe ich das früher in der Schule mal gelernt und es ging mir in dieser Woche durch den Kopf. Relativ sprachlos macht ja der aggressive Wahlkampf des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan.

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Etwas Heißes im Advent

„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

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Wo ist der liebende Gott?

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weis...

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Tageslosung

Miserikordias Domini (Die Erde ist voll der Güte des HERRN. Psalm 33,5)
Der HERR dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich.
Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weise. Die Menschen vor 500 Jahren standen fest im Bann der Kirche. Sie waren gefangen in den unerfüllbaren Forderungen und dem alltäglichen Leben gnadenlos ausgesetzt. Heute hat die Welt uns im Griff. Es geht alles immer schneller und manchmal fühle ich mich wie auf einem rasenden Karussell. Jeden Moment warte ich darauf zu fliegen.
Von der Fliegkraft mitgenommen und von der Schwerkraft nicht länger gehalten...
Wo ist der liebende Gott? Wen interessiert diese Frage? Selbst über 90 Jährige lächeln über die Religion: „Was soll ich sagen? Es ist ein schönes Märchen, diese Jesusgeschichte. Nicht dass ich Märchen nicht mag. Ich liebe sie. Gott? Nach Gott frage ich nicht. Ich stehe voller Ehrfurcht vor seiner Schöpfung. Jeden Tag bewundere ich das Leben in seiner Vielfalt. Wie kann ich Gottes Existenz leugnen?“
Die Welt ist aus den Angeln gehoben! Die Kirchen verlieren ihre Mitglieder. Die Institutionen stehen in der Kritik. Die Menschen sind auf der Suche nach Sinn. Aber die Antworten finden sie, an anderen Orten. Wo denn? Oder geht es mehr um das Suchen als um das Finden.
In einer Zeit der religiösen Sinnkrise spielen die Religionen eine gewaltige Rolle.
Die Zeitungen und Nachrichten sind voll davon. Konflikte, Krisen, Kriege, Tod und Sterben im Namen der Religion. Im Streit der Religionen sterben die Menschen. Der Anspruch der Glaubensvertreter jagt die Menschen in die Flucht. Wo ist der liebende Gott?
Was in weiten Teilen dieser Welt tödlicher Ernst ist, langweilt uns. Das schöne Märchen von Jesus Christus, der aus der jüdischen Tradition den christlichen Glauben erschuf. Der mit dem Vater gestritten hat. Der die Lehrer um ihre Antworten gebracht hat. Der den Menschen ihr Leben verdreht hat. Der die Gesetze für die Menschen entdeckt hat. Der als wehrloses Kind angefangen hat und als misshandelter Mann hilflos gestorben ist. Dieser „Märchenprinz“ hat uns die Freiheit gebracht. Sein Glaube, seine Überzeugungen, sein Vorbild hat über die Jahrhunderte dazu beigetragen, dass wir in einer Demokratie leben, in dieser Demokratie leben. Dass wir freie Menschen sind. Dass unsere Religionsfreiheit ermöglicht, über Gott und die Welt zu diskutieren, frei und in den Grenzen gegenseitiger Rücksicht. Es ist diese Tradition, die uns eine freie Meinung ermöglicht. Ich darf meine Fragen stellen. Ich darf mich irren. Ich kann meine Meinung ändern. Ich habe die Möglichkeit mich zu informieren.
Wenn das keine Liebe ist!
Nach 500 Jahren fragen wir danach, wo der liebende Gott ist. Wir wollen es wissen im Angesicht der Toten, der Flüchtlinge, des Leidens in der Welt. Und wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen. Mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden aus unseren Gemeinden und mit den Menschen, die aus aller Herren Länder kommen. Ja, in Deutschland darf man seine Fragen stellen: Warum soll ich nicht auf Farsi beten, wenn ich kein Arabisch kann? Als ob Gott die Sprachen seiner Geschöpfe nicht alle verstehen würde!
Hat Luther nicht deshalb die Bibel übersetzt, damit sie alle verstehen, was dort steht. Und er hat gesucht: nach Antworten auf seine Fragen, auf den Sinn hinter seinem Zweifel, nach einem Gott, der nicht unsere Fehler sammelt, sondern unsere Stärken liebt. Das wollen wir tun, nach 500 Jahren und auch nach 1000 Jahren noch: mit Gott und den Menschen streiten, diskutieren und abwägen, suchen und finden, fragen und um Entscheidungen ringen, die uns gut tun, die den Menschen helfen, die die Welt zu einer lebenswerten Welt machen.
Mag sein, dass es für viele ein altes schönes Märchen ist. Ich stehe voller Staunen vor den Wundern dieser Welt und ich genieße die Freiheit, die mir mein christlicher Glaube geschenkt hat. Eine Freiheit, die mir nicht alleine gehört. Eine Freiheit, die wächst wo ich sie mit den anderen Menschen teile.
Pfarrerin Heike Käppeler, Evangelische Kirche Am Limes