Tageslosung

Invokavit (Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören. Psalm 91,15)
Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.
Stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und tut sichere Schritte mit euren Füßen.
Aktuelles
Aus dem Gemeindeleben
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Foto v.r.: Propst Bernd Böttner, Gemeindevorsteherin Gabi Meyer, Pfarrerin Melanie Keller-Stenzel

 

Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums überreichte der Propst des Sprengels Hanau, Bernd Böttner, der Gebärdensprachgemeinde Hanau eine neu übersetzte Lutherbibel. Stellvertretend für die Gemeinde nahm Gemeindevorsteherin Gabriele Meyer bei einem feierlichen Gottesdienst im Vereinsheim des Gehörlosenvereins zu Hanau e.V. die Altarbibel in Empfang.

Propst Böttner betont den Stellenwert der Reformation als Bildungsbewegung und hebt hervor, dass geschichtlicher Wandel und zeitgemäße Sprache einander bedingen: „Darum muss auch die Bibel immer wieder in eine neue Sprache gebracht werden, eine Sprache, die die Menschen verstehen können.“ In Anlehnung an ein Zitat des Reformators sagte Böttner, Martin Luther habe eine verständliche Sprache gefunden, indem er „der Mutter im Hause, den Kindern auf der Gasse und dem gemeinen Mann aufs Maul geschaut“ habe.

Biblische Texte durch Übersetzung in Gebärdensprache für gehörlose Menschen verständlich zu machen, zähle zu den Aufgaben der Gehörlosenseelsorge, erklärt Pfarrerin Keller-Stenzel. Sie ist im Bereich des Sprengels Hanau Ansprechpartnerin für taube Menschen und ihre Angehörigen. Mit Gottesdiensten und weiteren Angeboten in Gebärdensprache leistet die Gehörlosenseelsorge in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck einen wichtigen Beitrag, damit gehörlose Menschen in ihrer Sprache verstehen und barrierefrei am kirchlichen Leben teilhaben können.

In der neu übersetzten Lutherbibel sei aus der „Heilung eines Taubstummen“ im Neuen Testament die „Heilung eines Tauben“ geworden. Keller-Stenzel verweist darauf, dass es den Begriff „taubstumm“ im biblischen Urtext nicht gebe. Es sei für das Selbstverständnis tauber Menschen ein wichtiger Schritt, dass die neue Lutherübersetzung dem Rechnung trage.

Text: M. Keller-Stenzel

Foto: H. Morr