Sprengel Hanau-Hersfeld - „Glücklich ist …“

Veranstaltungskalender Fulda

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Tageslosung

Er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde.
In Jesus Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.

 

 

 

„Glücklich ist …“
Zehn Pfarrerinnen und Pfarrer predigten im Reformationsgottesdienst
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Bild: Fotodesign Rammler

„Selig sind, ...“ – die Zusagen, die Jesus in der Bergpredigt gemacht hat, sind vielen Christenmenschen vergleichsweise vertraut. Der feierliche Abendmahlsgottesdienst am Reformationstag, zu dem die Gemeinden des Kooperationsraums Fulda in die Christuskirche eingeladen hatten, war eine gute Gelegenheit, sie neu zu hören.

Die Aussagen mit Blick auf die geistlich Armen, die Friedfertigen, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten, waren an diesem Abend nämlich nicht der Gegenstand einer, sondern gleich Thema von zehn Predigten. Jede und jeder der Pfarrerinnen und Pfarrer des Kooperationsraums, der neben den Fuldaer Kirchengemeinden auch die der West-Region bis Bad Salzschlirf umfasst, gingen in kurzen Beiträgen jeweils auf eine der Seligpreisungen ein.

Das hätte schlimmstenfalls eine Aneinanderreihung von Botschaften werden können, wie man sie auf Twitter zu lesen bekommt. Oder, da ja durchweg gut ausgebildete Theologinnen und Theologen zu Wort kamen, Ausdeutungen, in denen die Texte aus dem Matthäusevangelium seziert und wieder zusammengefügt werden. Doch es kam anders – und besser. Denn alle Predigenden fanden ihren persönlichen Zugang zu „ihren“ Textpassagen und setzten sie in ganz individuelle Zusammenhänge. Dabei unterschieden sich die Herangehensweisen, die Blickwinkel und Tonfälle dann auch entsprechend. Leise, den Worten nachspürende Beiträge wechselten sich mit Texten ab, die mit einer gewissen Feierlichkeit daherkamen. Tief ernste Worte, die auch den Anlass des Reformationstags in den Blick nahmen, standen neben lyrisch-verdichteten Texten und Beiträgen mit ganz aktuellen politischen Bezügen.

Den zahlreichen Gottesdienstbesuchern boten die Pfarrerinnen und Pfarrer dadurch eine „Predigt“, die schon durch ihre Vielfalt zum Hören einlud. Sicherlich wird nicht jede und jeder von allen Beträgen gleichermaßen angetan gewesen sein, aber die unterschiedlichen Zuhör-Möglichkeiten brachten viele Angebote, gedanklich und emotional anzudocken und die Gedanken weiterzuspinnen, weiterzufühlen.

Mit einer vierstimmigen Vertonung der Seligpreisungen hatte die Evangelische Kantorei unter Leitung von Andreas Schneidewind der Gemeinde eine weitere Dimension eröffnet, sich den Texten anzunähern. Nicht nur die Pfarrer-Kooperation, auch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes setzte Zeichen in Sachen Zusammenarbeit: Organist Schneidewind und die Bläserinnen und Bläser des Posaunenchors der Evangelischen Gesamtgemeinde hatten den Gottesdienst mit einem gemeinsam musizierten Doppelchor eröffnet. Einen besonderen Akzent setzen die Musiker mit einer achtstimmigen Vertonung des 100. Psalms von Heinrich Schütz (1585 - 1672), den die Kantorei und der Posaunenchor unter der Leitung von Joachim Enders einfühlsam darboten.

Auch Kunst für das Auge wurde gezeigt: Im Kirchenraum und an der Emporenbrüstung präsentierten Mitglieder des Kunstvereins Fulda Bilder und textile Arbeiten. 

Die Evangelische Jugend bewirtete die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den Gottesdienst noch auf dem Kirchplatz mit Gebäck und warmen alkoholfreien Punsch.

 

Text: Hartmut Zimmermann, Fuldaer Zeitung