Kirchenkreis Fulda - Prioritätenprozess zur Zukunft der Kirche angestoßen

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Tageslosung

Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel.
Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.

 

 

 

Evangelische Kirchensynode Fulda tagte erstmals digital
Prioritätenprozess zur Zukunft der Kirche angestoßen
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v.l.n.r. Der Kirchenkreisvorstand auf der Herbstsynode im Oktober 2020: Margrit Steiner, Andreas Maraun (Vorsitzender der Kreissynode), Dekan Bengt Seeberg, Pfarrer Marvin Lange, Christine Hain.

Die Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenkreises Fulda beschäftigte sich auf ihrer Tagung am Samstag, 20. März, mit dem Thema Taufe und mit anstehenden kirchlichen Veränderungsprozessen.

Der Vorsitzende der Kreissynode, Andreas Maraun, begrüßte die 100 Teilnehmenden zu „einer neuen Art von Kreissynode.“ Die Tagung des Kirchenparlaments fand erstmals digital über Zoom statt. Die Pröpstin des Sprengel Hanau-Hersfeld, Sabine Kropf-Brandau, richtete ein Grußwort an die Synodalen. Pfarrer Holger Grewe wurde von Dekan Bengt Seeberg in sein Amt als Vertretungspfarrer im evangelischen Kirchenkreis Fulda eingeführt. In seinem Bericht an die Synode zitierte Dekan Bengt Seeberg einen Kirchenvorsteher: Die Kirche nach Corona wird die Kirche mit Corona sein. Dazu führte der Dekan aus, nach der Corona-Pandemie gelte es, mit Corona leben zu lernen, den Blick nach vorne zu richten und die Lernerfahrungen und positiven Veränderungen der Kirche durch die Pandemie zu erhalten. Der christliche Glaube sei wesentlich zukunftsorientiert, sagte der Dekan. Eine Veränderung der Kirche funktioniere nur durch Kooperation. „Vernetzen und zusammenarbeiten, zusammenarbeiten, zusammenarbeiten!“ forderte der Dekan die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden auf. Unter dem Motto „Auftrag der Kirche“ habe Bischöfin Beate Hofmann einen Verständigungsprozess darüber angestoßen, wie die Kirche der Zukunft aussehen könne. Alle Kirchenkreise und Gemeinden der kurhessischen Landeskirche sind dazu aufgerufen, sich darüber Gedanken zu machen, welche Prioritäten sie in Zukunft setzen wollen. Durch den Prozess solle klar werden: Was hat Vorrang, was ist nachrangig, was machen wir neu, was lassen wir und geben wir auf, betonte Dekan Seeberg. Bei der nächsten Kreissynode am 26. Juni soll dieses Thema der Schwerpunkt sein.

Die Synodalen und Gäste aus den 27 Kirchengemeinden des evangelischen Kirchenkreises beschäftigten sich in Arbeitsgruppen mit dem Thema Taufe. Eine neue Taufagende, ein Arbeitsbuch für Pfarrerinnen und Pfarrer, wird derzeit von der Evangelischen Kirche in Kurhessen Waldeck neu erarbeitet. Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig stellte anschaulich dar, wie sich die Praxis der Taufe seit dem Erscheinen der letzten Taufagende im Jahr 1975 verändert hat. Die neue Agende nehme stärker die Situation der Tauffamilien in den Blick und gehe deutlicher auf sie ein. Das sei grundsätzlich zu begrüßen. Wenn aber der Fokus einseitig auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Tauffamilien gerichtet sei, drohe der unverfügbare Geschenkcharakter der Taufe als heilige Gnadengabe Gottes verloren zu gehen, kritisierten die Mitglieder einer Arbeitsgruppe, zu der auch Karl Josef Gruber, Edwin Röder, Ivonne Vorath und Solveigh Wilshusen gehörten. In ihrer Stellungnahme kritisierten die Mitglieder der Arbeitsgruppe auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung der neuen Taufagende. Durch die Corona-Pandemie sei es zu erhaltenswerten Veränderungen in der Taufpraxis gekommen, die nun keinen Eingang mehr in die Agende finden könnten. Die Synodalen stimmten der Stellungnahme mit großer Mehrheit zu. 

Auch das Kirchengesetz über die neue Finanzverfassung der Landeskirche wurde von Kirchenkreisamtsleiter Uwe Bornscheuer vorgestellt. Es regelt unter anderem die finanzielle Ausstattung der Kirchgengemeinden und -kreise. Ziel ist es, das Verteilverfahren einfacher und transparenter zu machen und den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden deutlich mehr Gestaltungsspielräume einzuräumen. In seinem Bericht von der digitalen Landessynode, die Ende Januar dieses Jahres getagt hatte, stellte der Landessynodale Peter Hallier den von Bischof Beate Hofmann initiierten Verständigungsprozess über den Auftrag der Kirche und die strategischen Kriterien für die künftige Ausrichtung der kirchlichen Arbeit in den Mittelpunkt. Außerdem ging er auf den von der Landessynode verabschiedeten Entwurf des Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt ein.