Sprengel Hanau-Hersfeld - Sprengel Hanau-Hersfeld

Veranstaltungskalender Hanau

Tageslosung

Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.
Wir begehren, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende.
Berichte
Besonderes aus dem Gemeindeleben
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Elisabeth-Medaille der EKKW an gehörlose Ehrenamtliche für 30 und für 60 Jahre Mitarbeit im Gemeindevorstand der Gebärdensprachgemeinde Hanau verliehen -
Festgottesdienst in Gebärden- und Lautsprache am Pfingstmontag, 10. Juni 2019, Evangelische Kirche Kilianstädten

„Der Heilige Geist macht möglich, einander zu verstehen, auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht“.
In seiner Predigt am Pfingstmontag in der Evangelischen Kirche Kilianstädten erinnerte Pfarrer Dr. Steffen Merle an das Pfingstwunder vor rund 2000 Jahren in Jerusalem und forderte die Gottesdienstgemeinde zu einem Perspektivwechsel auf: „Menschen sind nicht behindert, sondern werden durch etwas behindert.“

Gemeinschaft über Sprachgrenzen hinweg zu erleben, wurde für die hörenden und gehörlosen Gottesdienstbesucher im inklusiven Festgottesdienst Wirklichkeit.
Die Ev. Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden und die Gehörlosenseelsorge in Fulda und Main-Kinzig hatten erstmals zu einem gemeinsamen Gottesdienst in Gebärden- und Lautsprache eingeladen. Gebete, Predigt und Lieder waren gleichzeitig in Gebärdensprache zu sehen und in Lautsprache zu hören.
Für die Simultanübersetzung in Gebärdensprache sorgte im Gottesdienst Gebärdensprachdolmetscherin Roswitha Wagner. Mit ihren fließenden und kraftvollen Gebärden rührte sie hörende und gehörlose Gottesdienstbesucher gleichermaßen.

Die Gottesdienstgemeinde erlebte typische Elemente gebärdensprachlicher Gottesdienste und erprobte miteinander ein Gebärdenlied „Frieden für dich, Frieden für mich, Frieden weltweit“.
Dazu schwieg die Orgel und auf einmal waren alle Hände im gut gefüllten Kirchenraum in Bewegung.

Für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gehörlosenseelsorge verlieh Gudrun Levin, Präses der Kreissynode im Kirchenkreis Hanau, die Elisabeth-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an Erika Reitz und Hans Luley. Beide sind jahrzehntelang im Gemeindevorstand der Gebärdensprachgemeinde Hanau aktiv.
Präses Levin hob in ihrer sehr persönlichen Ansprache hervor, dass Erika Reitz bereits seit rund 30 Jahren und Hans Luley seit respektablen 60 Jahren im Gemeindevorstand aktiv tätig sind.
Sie wünschte den Geehrten, dass „die Lust am Ehrenamt frisch bleibt“ und „das gute Miteinander sie weiterhin trägt.“

Wie Pfarrerin Melanie Keller-Stenzel betonte, bekamen Erika Reitz und Hans Luley die Elisabeth-Medaille als erste gehörlose Ehrenamtliche im Bereich der Gehörlosenseelsorge in Fulda und Main-Kinzig verliehen. Die Elisabeth-Medaille ist die zweithöchste Ehrung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als Gehörlosenseelsorgerin ist Melanie Keller-Stenzel im südlichen Teil des Sprengels Hanau-Hersfeld Ansprechpartnerin für gehörlose Gemeindeglieder und deren Angehörige.

Im Anschluss an den Festgottesdienst lud die Evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden zu einem feierlichen Empfang bei Kaffee und Kuchen in das Gemeindehaus ein.


Text: M. Keller-Stenzel, Foto: Hagenfeld, v.r.: Pfr. Dr. Steffen Merle, Präses Gudrun Levin, Hans Luley, Erika Reitz, Pfrin. Melanie Keller-Stenzel
Der Beitrag erscheint in der Hanauer Presse und "Unsere Gemeinde - Zeitung der Ev. Gehörlosen".

Gemeindevorstandstagung vom 11.-12. Mai

Einmal im Jahr ist Gemeindevorstands-Tagung. Dieses Jahr in der Jugend-Bildungs-Stätte in Bad Hersfeld.
Insgesamt waren 13 Personen dabei.
Thema in diesem Jahr: „Gewalt in der Erziehung – früher und heute. Stiftung Anerkennung und Hilfe“.

Ein wichtiges Thema. Warum?
Viele Gehörlose haben früher in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe gelebt. Zum Beispiel im Internat.
Viele haben Gewalt erfahren, zum Beispiel körperliche Gewalt oder keine gute Schul-Bildung. Oder Gebärden war verboten.
Jetzt gibt es eine Stiftung von Staat und Kirche: „Stiftung Anerkennung und Hilfe“.
Die Stiftung unterstützt Gehörlose mit Geld.
Frau Schäfer hat über die Arbeit der Stiftung informiert und wie Anträge möglich sind.

Pfarrer Hochschorner und Pfarrer Heinisch haben eine Bibel-Geschichte zum Thema Gewalt gezeigt: die Geschichte von Josef (Altes Testament).
Josef wurde von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft. Auch dort hat Josef viel Gewalt erlitten.
Mit Gott-Vertrauen hat er trotzdem weiter gelebt. Ein Beispiel, wie Leben trotz Gewalt-Erfahrung möglich ist.

Nachmittags gab es verschiedene Angebote, sich mit dem Thema Gewalt im eigenen Leben zu beschäftigen:
zum Beispiel Arbeiten mit Knetmasse oder Bibelarbeit zu Klage-Psalmen.
Angebot abends: Bilder-Rahmen gestalten.
Manchmal ist es hilfreich, eigene Erfahrungen neu anzusehen. Wie durch einen anderen Rahmen.

Am Sonntag hat Reinhard Eckey (Gemeindevorstand Fulda) einen Vortrag über die Gehörlosenmission in Eritrea gezeigt.
Er zeigte viele Fotos, zum Beispiel vom Solardach.
Für das Solardach in Eritrea haben wir in unseren Gemeinden im letzten Jahr viele Kollekten gesammelt.
Es gab Berichte aus dem Gemeinde-Leben von allen acht Gemeinden der Gehörlosenseelsorge.
Wichtig, sich auszutauschen, was ist in anderen Gemeinden los?
Wie ist noch mehr Zusammenarbeit in der Zukunft möglich? Vorschlag: gemeinsamer Ausflug.

Zum Abschluss hat Diakonin Brenzel eine Andacht mit uns gefeiert.
Thema: Die Farben im Regenbogen.
Welche Bedeutung haben die Farben?
Zum Beispiel rot: Farbe der Liebe. Oder Gelb: Farbe vom Neid.
Das ganze Leben ist bunt wie ein Regenbogen.

Farben haben auch eine Wirkung für die Seele. Zum Beispiel orange: Farbe zum Wohlfühlen.
In der Andacht hat Diakonin Brenzel gezeigt: Gott ist dabei, egal mit welcher Farbe mein Leben im Moment gemalt ist.
Alle bekamen von Diakonin Brenzel zum Abschluss einen selbstgemachten Schlüssel-Anhänger in Regenbogen-Farben geschenkt.
Eine schöne Erinnerung an die ganze Tagung.

Fazit: Intensive Gespräche. Viel Spaß, starke Gemeinschaft und gute Kommunikation!
Danke an alle, die dabei waren.

M. Keller-Stenzel

 

Gottesdienst in Gebärdensprache zum Neuen Jahr

"Suche Frieden. Suche ihn mit deiner ganzen Kraft" (Psalm 34,15, Jahreslosung 2019)
Unter dem Motto der Jahreslosung feierten die Gebärdensprachgemeinden Hanau und Fulda Gottesdienst zum Neuen Jahr.

In Fulda war der Journalist und Buchautor Jens Brehl, freier Mitarbeiter beim Magazin "blick in die Kirche", zu Gast.
Seinen Bericht lesen Sie im aktuellen "blick-Magazin" auf Seite 15.
Bitte folgen Sie dem link: 

https://www.ekkw.de/blick-in-die-kirche/download/blick_mag_0119.pdf

 

 Marktplatz Hanau: Unionsfest am 16. September 2018

Am 16. September feierte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck auf dem Hanauer Marktplatz ein Fest.
„Zusammen in Vielfalt glauben“ lautete das Motto. Anlass war das 200-jährige Jubiläum der Hanauer Union.

Das Motto erinnert an das Jahr 1818: Seitdem feiern lutherische und reformierte Christen auf dem Gebiet der Kirchenkreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern und Fulda gemeinsam Gottesdienst.
Das Motto ist auch ein Aufruf für die Zukunft: „Ja“ zur konfessionellen Identität, „Ja“ zur ökumenischen Aufgabe und „Ja“ zum interreligiösen und interkulturellen Gespräch.
Eine entsprechende Erklärung wurde u.a. vom Bischof der EKKW, Dr. Martin Hein, unterzeichnet.
Der Bischof predigte im Festgottesdienst. Der Gospelchor der EKKW „get up!“ sang.
Schauspieler schlüpften in historische Gewänder und veranschaulichten spielerisch das Geschehen von vor 200 Jahren.

Der ganze Tag wurde in Gebärdensprache gedolmetscht, so dass barrierefrei Teilhabe für taube Festbesucher*innen möglich war.
Roswitha Wagner, Christina Kotte und Stefanie Riedel-Waskönig wechselten sich beim Dolmetschen ab.
Rund 15 Gehörlose aus den Gebärdensprachgemeinden der EKKW feierten das Unionsfest barrierefrei mit.
Ihr Resümee: „Es war ein schöner Tag, lang und interessant.“

M. Keller-Stenzel, Foto: S. Stehling
Dieser Beitrag erschien auch in Unsere Gemeinde, Ausgabe November 2018 sowie in der Hanauer Presse.

 

Hanau und Fulda: Gemeinsames Sommerfest der Gebärdensprachgemeinden am 30. Juni 2018 im Clubheim des Gehörlosenvereins zu Hanau e.V.

Zum ersten Mal feierten die Gebärdensprachgemeinden Hanau und Fulda ihr traditionelles Sommerfest in Hanau.
Herrlicher Sonnenschein und super Stimmung.
Ab 12.00 Uhr Mittagessen: Leberkäse mit Kartoffelsalat. Wunderbar. Allen hat es sehr gut geschmeckt.
Anschließend viel Zeit zum Plaudern.

Um 14.00 Uhr Sommerfest-Gottesdienst zum Spruch Jesu: „Ihr seid wie Salz der Erde.“
Wenig Salz ist genug, um den Geschmack zu verändern. Bedeutet?
Jeder Mensch kann schon mit etwas Solidarität, Frieden und Liebe die Welt ein bisschen besser machen.
Jeder bekam als Erinnerung einen kleinen Salzstreuer geschenkt.

Nach dem Gottesdienst nochmal viel Zeit zum Plaudern und für Kaffeetrinken.
Für Kinder gab es eine Mal- und Spielstation.
Herzlichen Dank für die großartige Organisation, besonders an den Gehörlosenverein zu Hanau e.V. und an den Hanauer Gemeindevorstand.

M. Keller-Stenzel, Foto: privat. Hinweis: Die Formulierungen orientieren sich an Struktur und typischen Begriffen der Gebärdensprache.

 

Vortrag Notfall-App

Ein Notfall: ein Unfall mit schwer Verletzten, ein Herzinfarkt, ein Sturz von der Leiter.
Egal, ob auf der Straße, am Arbeitsplatz oder zu Hause: Wer taub ist, hat im Notfall bislang ein Notfall-Fax an 112 geschickt.

Im Notfall ein Fax schicken ist kompliziert. Probleme beim Notfall-Fax: Unterwegs gibt es kein Faxgerät. Oder niemand merkt, dass ein Notfall-Fax ankommt.
Ein Fax schicken dauert relativ lang. Aber: Wenn ein Notfall eintritt, zählt jede Minute. Keine Zeit verlieren ist wichtig.

Jetzt gibt es eine Alternative: die Notfall-App. Sie wurde vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) für alle Interessierten entwickelt.
Jede Person kann mit der Notfall-App im Notfall schnell Hilfe anfordern.
Egal, ob von zuhause, auf der Arbeit oder von unterwegs. Die Notfall-App ist kostenfrei.

Bei der Weihnachtsfeier der Gebärdensprachgemeinde Fulda hielt Gemeindevorsteher Reinhard Eckey einen Vortrag zur Notfall-App.
Alle waren sehr interessiert, denn das Thema ist für alle wichtig. Jeder Mensch kann plötzlich zum Notfall werden. Und dann ist schnelle Hilfe nötig.

Reinhard Eckey erklärte die Anwendung der App und informierte über ihre Entstehung.
Der Vortrag wurde wegen großen Interesses am mehrfach gezeigt.

Foto und Text: M. Keller-Stenzel

 

Neue Lutherbibel für Gebärdensprachgemeinde Hanau

Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums überreichte der Propst des Sprengels Hanau, Bernd Böttner (seit 1.1.2018 Prälat der EKKW)
eine neu übersetzte Lutherbibel an die Gebärdensprachgemeinde Hanau.
Stellvertretend nahm Gemeindevorsteherin Gabriele Meyer bei einem feierlichen Gottesdienst zum Reformationstag 2017
im Vereinsheim des Gehörlosenvereins zu Hanau e.V. die Altarbibel in Empfang.


Böttner betonte den Stellenwert der Reformation als Bildungsbewegung und hob hervor, dass geschichtlicher Wandel und zeitgemäße Sprache einander bedingen: „Darum muss auch die Bibel immer wieder in eine neue Sprache gebracht werden, eine Sprache, die die Menschen verstehen können.“

In Anlehnung an ein Zitat des Reformators sagte Böttner, Martin Luther habe eine verständliche Sprache gefunden, indem er „der Mutter im Hause, den Kindern auf der Gasse und dem gemeinen Mann aufs Maul geschaut“ habe.

Biblische Texte durch Übersetzung in Gebärdensprache für gehörlose Menschen verständlich zu machen, zählt zu den Aufgaben der Gehörlosenseelsorge.
Mit Gottesdiensten und weiteren Angeboten in Gebärdensprache leistet die Gehörlosenseelsorge in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck einen wichtigen Beitrag,
damit gehörlose Menschen in ihrer Sprache verstehen und barrierefrei am kirchlichen Leben teilhaben können.

In der neu übersetzten Lutherbibel ist aus der „Heilung eines Taubstummen“ im Neuen Testament die „Heilung eines Tauben“ geworden.

Den Begriff „taubstumm“ gibt es im biblischen Urtext nicht.
Es ist für das Selbstverständnis tauber Menschen ein wichtiger Schritt, dass die neue Lutherübersetzung dem Rechnung trägt.


Text: M. Keller-Stenzel 

Foto: H. Morr

Hinweis: Dieser Beitrag wurde auch in Unsere Gemeinde, Ausgabe Dezember 2017 und der Hanauer Presse veröffentlicht.

 

Weitere Fotos, Fotogalerie: M. Keller-Stenzel (Vortrag Notfall-App Gebärdengemeinde Fulda, Überreichung der neuen Lutherbibel Gebärdengemeinde Hanau)

 

 

 

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