Kirchenkreis Fulda - Kirchenkreis Fulda

Veranstaltungen Schlüchtern

Mai 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Tageslosung

Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Nachgedacht
Taub - aber nicht stumm...
gls-gemeindevorstandstagung-juni-2015-bad-hef-032
percent80
Selbstgestaltetes Altartuch mit I-L-Y-Gebärde.
I-L-Y steht für 'I love you'. Das ist die weltweite Solidaritätsgebärde tauber Menschen.
I-L-Y heißt: Ich erkenne, dass du gehörlos bist. Ich mag dich. Ich bin solidarisch mit dir.
slider_percent75

An der Kommunikation tauber Menschen fasziniert die ungeheure Ausdruckskraft.
Die Hände sind ständig in Bewegung und die Mimik ist ganz lebendig.
Gebärdensprache ist immer authentisch: jemand, der sich freut, macht kein trauriges Gesicht. Sondern lächelt.
Gebärden und Mimik passen immer zueinander.  
Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache und funktioniert auf Augenhöhe:
Wer gebärdet muss sich ansehen um zu verstehen


Taube Menschen sind nicht stumm.
Ihre Sprache ist die Gebärdensprache. Und die funktioniert ohne akustische Signale.

Erfreulicherweise heißt die früher so genannte Geschichte der 'Heilung eines Taubstummen' im Markusevangelium in der revidierten Lutherbibel (2017) inzwischen 'Heilung eines Tauben'.
Das trägt dem Selbstverständnis tauber Menschen Rechnung.
Den Begriff 'taubstumm' gibt es im Griechischen nicht.

Seit 2002 ist die deutsche Gebärdensprache (DGS) mit der Verabschiedung des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes rechtlich als Sprache anerkannt
und 'barrierefreie Teilhabe' zu einem terminus technicus geworden.
Barrierefreiheit bedeutet für gehörlose Menschen, in Gebärdensprache zu kommunizieren.
Und es bedeutet, gegebenfalls das Recht auf Verdolmetschung von Lautsprache in Gebärdensprache in Anspruch zu nehmen.

Für das tägliche Leben ist für taube Menschen ihr Recht auf Verdolmetschung durch die Sozialgesetzgebung geregelt, vgl. u.a. SGB I, IX, X. 
Im kirchlichen Bereich hat der Dachverband evangelischer Gehörlosenseelsorge, DAFEG, gemeinsam mit dem Kirchenamt der EKD
die Ziele des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes umgesetzt.
So wurde 2005 ein Verfahren für die Verdolmetschung von Kasualien (Taufe, Konfirmation, Trauung, Bestattung) etabliert,
das es tauben Menschen ermöglicht, ihr Recht auf barrierefreie Teilhabe auch im kirchlichen Bereich in Anspruch zu nehmen.

'Barrierefreie Teilhabe' zu ermöglichen bedeutet Barrieren abzubauen. 
Überall, wo für taube Menschen Kommunikation in Gebärdensprache möglich ist, wird Barrierefreiheit Wirklichkeit.

Gehörlosenseelsorge setzt sich im kirchlichen Bereich für barrierefreie Teilhabe tauber Menschen ein.


  • glsdscn0643
  • glsgd-gelnhausen-2015-064
  • glsimg3586
  • glskifeg-2014
  • img-20170710-wa0001
  • dscn0216
  • dscn0208
  • dscn0214